Fritz Deutschmann verstorben

07.02.2012 23:12 von admin | 3 Kommentare & Verweise | 4591 Views

Am 27. November 2011 verstarb Fritz Deutschmann im Alter von 91 Jahren (list.genealogy.net, blog.trauerbegleitung-luebeck.de). Fritz Deutschmann geh├Ârte zur Offiziers-Crew X39. Er war Leitender Ingenieur auf U18 (von Dezember 1942 bis April 1944; 5 Feindfahrten) im Schwarzen Meer unter Kommandant Karl Fleige und zusammen mit dem 1. Wachoffizier Rolf Arend. Anschlie├čend war er Leitender Ingenieur auf U3505 (von April 1944 bis Mai 1945; keine Feindfahrt), einem U-Boot der Klasse XXI, unter Kommandant Horst Willner. Ein U-Boot dieses Typs liegt ├╝brigens in Bremerhaven und kann dort besichtigt werden (Technikmuseum U-Boot Wilhelm Bauer).


U3505 geh├Ârte zu den U-Booten, die zu Kriegsende Fl├╝chtlinge an Bord genommen hatten, um sie in den Westen zu bringen. Ende M├Ąrz 1945 wurden 110 Kinder im Rahmen der Abkommandierung von Gotenhafen nach Kiel an Bord genommen und heil in Travem├╝nde an Land gelassen. Dar├╝ber gibt es eine Arte/ZDF-Doku aus dem Jahre 2006 mit dem Titel "Verbotene Rettung - Die Fl├╝chtlingsfahrt von U3505". Dort spricht auch Fritz Deutschmann als direkter Zeitzeuge. U3505 wurde bei den schweren Luftangriffen am 3. April 1945 im Kieler Marinehafen durch eine Bombe getroffen und versenkt. Dabei starb der Funker. Die restliche Wache an Bord und die restliche Mannschaft an Land ├╝berlebten.


Fritz Deutschmann ist am 17. August 1920 in Biesellen (Masuren zwischen Osterode und Allenstein) im s├╝dlichen Ostpreu├čen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Ostpreu├čen. Seine Schulzeit erlebte er in K├Ânigsberg. Im Oktober 1939 ging er als Offiziersanw├Ąrter zur Marine und damit auch zur Marineschule in Flensburg-M├╝rwik. Nach Ende des Krieges studierte Fritz Deutschmann in Hamburg Naturwissenschaften und war jahrelang Professor f├╝r Botanik an der Universit├Ąt Hamburg. Seit 1952 war er au├čerdem leidenschaftlicher J├Ąger.


Zuf├Ąllig habe ich im Januar 2012 sein Buch "Vom U-Boot-Offizier zum passionierten J├Ąger - Heiteres und Ernstes aus dem Leben eines Ostpreussen" aus dem Jahre 1996 gelesen. Mich interessierten insbesondere die ersten Kapitel des Buches "Jugendzeit in Ostpreu├čen", "Marinezeit" und "Nachkriegszeit und Studium in Hamburg" (insgesamt ca. 60 Seiten). Die ├╝brigen Kapitel (ca. 160 Seiten) widmen sich seiner Liebe zur Jagd und erz├Ąhlen eine ganze Reihe von unterschiedlichen Jagderlebnissen ├╝ber viele Jahre hinweg.


Die ostpreu├čischen Tugenden "Flei├č, Ausdauer und Zielstrebigkeit" werden in den ersten drei Kapiteln des Buches ├╝berdeutlich. Ein Mensch und ein Werdegang von denen es leider immer weniger in unserem Land gibt. Die betreffenden Jahrg├Ąnge sind bzw. w├Ąren jetzt allgemein 90 Jahre alt und ├Ąlter. Die letzten Zeitzeugen dieser Generation sterben leider gerade aus. Sie m├Âgen aber wenigstens uns Interessierten noch lange in Erinnerung bleiben.

Kategorie: Zeitgeschichte

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Kommentare & Verweise:

Kommentar von Frank Heymann

19.03.2013 22:40


Ich habe in den 90er Jahren sch├Âne Jagdtage mit Ihm erlebt. Er war in allen Belangen ein Vorbild an das ich gerne denke.

Kommentar von Annette Hanke

07.10.2013 10:49


Ich habe bei Prof. Deutschmann im Institut f├╝r Angewandte Botanik promoviert und ihn nicht nur als Doktorvater sondern insbesondere als Mensch sehr gesch├Ątzt. Meine Mutter (Jahrgang 1922) ist in Allenstein geboren und auch in K├Ânigsberg zur Schule gegangen. Die "ostpreu├čischen Tugenden" sind mir sehr vertraut und z├Ąhlen in meinem Leben zu den Wertma├čst├Ąben. Insofern war Prof. Deutschmann f├╝r mich immer ein Vorbild, an das ich mich gerne erinnere.

Kommentar von Ursel Walters

01.02.2014 18:28


Prof. Deutschmann war lange Jahre mein Chef in der Abt. Warenkunde im Inst. f├╝r Angewandte Botanik. Er verstand es stets, mich f├╝r meine Arbeit zu begeistern und zu motivieren. Ich kann daher auf ein erf├╝lltes Berufsleben zur├╝ckblicken und bin Herrn Prof. D. daf├╝r sehr dankbar!!! Auch nach seinem Ruhestand hatte ich noch guten Kontakt zu ihm.

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